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Goldenes Vlies

Einziger Ritterorden des Herzogtums Burgund, der von Philipp dem Guten (1419-1467) im Jahr 1429 gestiftet wurde. Die Ordenszeichen des in den Niederlanden Gouden Vliesen genannten Ordens gehen auf die antike Jason-Sage zurück. Sie bestehen aus einem goldenen Widderfell, das an einer Kette hängt, deren Glieder sich aus Feuersteinen und Feuerstahlen (briquets) zusammensetzen. Durch die Heirat des Erzherzogs Maximilian mit Maria von Burgund (1477), der Erbtochter Karls des Kühnen, ging die Großmeisterwürde des Ordens an das Haus Habsburg über. Seit dem Spanischen Erbfolgekrieg (1700 n. Chr.) beanspruchten das spanische und das österreichische Königshaus das Goldene Vlies als höchsten Orden der Monarchie. Dementsprechend nachhaltig beeinflussten die Insignien des Ordens die habsburgische und burgundische Emblematik (Hoheitszeichen). Sie waren auf Geprägen Brabants, Flanderns, Braunschweigs, Spaniens und des Römisch-Deutschen Reiches zu sehen.

Philipp der Schöne ließ 1499 im Gedenken an die Stiftung des Ordens durch seinen Großvater eine Goldmünze prägen, die nach dem Münzbild als Goldenes Vlies bezeichnet wird, international ist die französische Bezeichnung Toison d´or (Goldenes Vlies) üblich. Gleichzeitig führte der Herzog eine Silbermünze ein, Toison d´argent oder Silbernes Vlies (Zilveren Vliesen) genannt.