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Federgeld

Zahlungsmittel und Wertobjekt auf den Santa-Cruz-Inseln im Osten Melanesiens aus den wertvollen roten Vogelfedern des Kardinalhonigfressers. Die Federgeldrollen wurden ursprünglich auf der Insel Ndeni, später auch auf anderen Inseln des Archipels arbeitsteilig von Spezialisten hergestellt. Die von „Geistern erhaltenen“ Fähigkeiten der „Geldmacher-Clans“ wurden erblich weitervermittelt. Der „Vogelfänger“ fing die spatzengroßen Vögel mit Hilfe von Fallen, riss ihnen die roten Kopf-, Brust-, und Rückenfedern aus und entließ sie wieder in die Freiheit, wenn sie die Prozedur überstanden hatten. Zur Herstellung einer einzigen Geldrolle mussten Hunderte von Vögeln ihre leuchtend-roten Federn lassen. Der "Elemente-Hersteller" klebte Taubenfedern zu 5-6 cm breiten, rechteckigen Plättchen zusammen, an deren Rand ein Streifen mit den roten Federn verklebt wurde. Der „Binder“ fügte die einzelnen Elemente (etwa 1500 bis 1800 Stück) dachziegelartig auf zwei parallel laufenden Bastschnüren so zu einem Wulst zusammen, dass die roten Federn an der Oberseite zu sehen waren. Anschließend wurde das etwa 8 m lange Federband von beiden Enden her vorsichtig zu einer Doppelrolle aufgewickelt. Der Herstellungsprozess war von rituellen Handlungen und dem Aufsagen magischer Zauberformeln begleitet.

Die Federgeldrollen wurden zum Erwerb von Kanus und Schweinen, zur Zahlung des Brautpreises, zur Sühnung von Vergehen, vor allem aber als „Reichtumsanzeiger“ verwendet. Je nach Erhaltung und Sichtbarkeit der roten Federn waren die Doppelrollen in Stufen eingeteilt, wobei sich der Wert von Stufe zu Stufe halbierte. Eine Federgeldrolle erster Wertstufe musste makellos rot sein. Als Brautpreis wurden 10 Doppelrollen in jeweils verschiedenen Wertstufen gefordert. Bei Zeremonien und Dorffesten waren sie mit Samenkernen, Steinen u.a. geschmückt und im Rauch des Feuers aufgehängt, um Insekten fern zu halten. Um den Wert der Geldrollen so lange wie möglich zu erhalten, mussten sie sorgsam und trocken aufbewahrt werden. In den 70er Jahren des 20. Jh.s wurde auch die Herstellung des Federgeldes endgültig aufgegeben.

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