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Kalif

Vom arab. Chalifa (Nachfolger) abgeleiteter Titel der Nachfolger Mohammeds als religiöses und weltliches Oberhaupt des Islamischen Reichs. Die ersten vier "rechtgeleiteten" Kalifen wurden in Medina von Anhängern Mohammeds gewählt. Der Dynastie der Omajjaden (661-750) folgten die Abbasiden (750-1258 in Bagdad bzw. bis 1517 als Scheinkalifat in Kairo). Im 10. Jh. entstanden das Gegenkalifat der Fatimiden (909-1171) und 928 das sunnitische Gegenkalifat der Omajjaden im spanischen Cordoba.
Das Kalifat verlor schon früh die Funktion, geistliches Oberhaupt des Islam zu sein. Auch der weltliche Machtanspruch des Kalifats bröckelte seit dem 10. Jh. Nach der Hinrichtung des letzten Abbasiden-Kalifen in Bagdad 1258 konnte sich jeder Sultan, der das islamische Gesetz aufrechterhielt, Kalif nennen. Seit 1460 übernahmen die Osmanen das Kalifat, das 1924 von der türkischen Nationalversammlung abgeschafft wurde.