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Ghettogeld

Bezeichnung für das Geld, das die Selbstverwaltung während des 2. Weltkriegs in den jüdischen Ghettos im nordböhmischen Theresienstadt (heute Terez'n) und im polnischen Litzmannstadt (heute Lodz) ausgab. In Theresienstadt wurde Papiergeld in Nominalen zwischen 1 und 100 Kronen, in Litzmannstadt Papiergeld zu 0,50, 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Mark sowie Münzgeld zu 10 Pfennig, 5, 10 und 20 Mark aus Aluminium und Aluminium-Magnesium ausgegeben. 
Vor allem das Ghetto Theresienstadt hatte eine Doppelfunktion: Es war Durchgangsstation auf dem Weg zu den Konzentrationslagern und zugleich Sonderlager mit jüdischer Selbstverwaltung, das ausländischen Besuchern zur Täuschung über die Judenpolitik des nationalsozialistischen Regimes vorgeführt wurde. Von den 140.000 internierten Juden überlebten weniger als 20.000. Die Papierausgaben mit der Darstellung von Moses mit der Gesetzestafel in Händen werden oft als Moseskronen bezeichnet.

    

10-Mark-Münze des Ghettos Litzmannstadt