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Friesacher

Beliebte mittelalterliche Silbermünzen, die nach der Stadt Friesach in Kärnten benannt sind. In der Nähe eines Silberbergwerks errichteten dort die Salzburger Erzbischöfe um 1125 eine Münzstätte und begannen den Schlag eines 15-lötigen Silberpfennigs mit einem Durchschnittsgewicht von 1,22 g. Das Münzbild zeigt in der 2. Hälfte des 12. Jh.s am häufigsten den Erzbischof auf der Vs. und zwei Kirchturmspitzen im Perlkreis auf der Rs. Im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Pfennigmünzen lag der Feingehalt der Friesacher hoch. Ihre Beliebtheit führte zu Beischlägen vieler Münzstände in Kärnten, der Steiermark, Kroatien und von Ungarn. Wie Funde in Jugoslawien und dem östlichen Donauraum belegen, wurde der Friesacher Pfennig zu einer beliebten Handelsmünze im nördlichen Balkan. Zu ihrer Blütezeit in der ersten Hälfte des 13. Jh.s wurde die Münze 14-lötig (875/1000 fein) mit einem Durchschnittsgewicht von 0, 99 g ausgebracht. Es gab vereinzelt guthaltige Beischläge, wie etwa die Agleier. Schlechte Nachahmungen sorgten jedoch für eine allgemeine Verschlechterung des Rau- und Feingehalts. Die letzten Friesacher wurden in der Mitte des 14. Jh.s mit einem Gewicht unter 0,8 g (unter 700/1000 fein) geprägt.