Nominale und ihre Kaufkraft

Unter dem Nominalwert versteht man den Wert einer Münze im Zahlungsverkehr. Die am häufigsten gestellten Fragen in Sammlerkreisen drehen sich um Nominale und deren Kaufkraft. Welche Nominale gibt es?“, „Wie sind diese Nominale unterteilt?“ und „Was konnte man früher dafür kaufen?“. Die ersten beiden Fragen sind relativ einfach zu beantworten, doch die dritte stellt selbst professionelle Numismatiker vor ein fast unlösbares Problem. Heinz Voigtlaender hat mit seinem Buch „Löhne und Preise in vier Jahrtausenden“ (Speyer, 1994) einen wichtigen Beitrag zur Klärung der letzten Frage geleistet.

Zumindest für einige gängige Münzentypen sollen hier Antworten auf diese Fragen gegeben werden.

Griechenland

Im antiken Griechenland war der Stater das Hauptnominal. Sein Wert betrug zwei Drachmen. Eine Drachme entsprach dem Wert von sechs Oboli. Daneben gab es viele unterteilende und vervielfachende Nominalstufen.

Ein griechischer Handwerker oder Soldat verdiente um 600 v. Chr. pro Tag ungefähr eine Drachme. Ein ungelernter Arbeiter erhielt nur die Hälfte. Ein Reiter mit eigenem Pferd wurde dagegen höher entlohnt, er bekam vier Drachmen.

Um den Lebensunterhalt einer fünfköpfigen Familie zu bestreiten, mussten ein bis zwei Oboli pro Tag aufgebracht werden. Ein Schaf brachte beim Verkauf eine Drachme, ein Rind sogar fünf Drachmen. Für einen Theaterbesuch zahlte man zwei Oboli.

Rom

Das Römische Währungssystem war etwas einfacher aufgebaut, jedoch erfuhr es im Laufe der Zeit einige Münzreformen. Wir beschränken uns hier auf das System der frühen Kaiserzeit. Wie man aus der Tabelle deutlich erkennt, hat das jeweils kleinere Nominal genau den halben Wert. Eine Ausnahme machte der Aureus, der aus reinem Gold bestand.

1 Aureus = 25 Denare
1 Denar = 16 Asse
1 Quinar = 8 Asse
1 Sesterz = 4 Asse
1 Dupondius = 2 Asse
1 As = 2 Semis
1 Semis = 2 Quadrans

Der Monatslohn eines römischen Handwerkers lag bei etwa 50 Denare. Aufzeichnungen sprechen von Maurern, Tischlern und selbst Lehrern in dieser Gehaltsklasse. Ein Mosaiksetzer erhielt sogar 60 Denare, wohingegen sich ein Schreiber oder ein Landarbeiter mit 25 Denar begnügen musste. Die Besoldung beim Militär war ähnlich. Ein Prätorianer erhielt als monatliche Besoldung 60 Denare, ein einfacher Legionär 20 Denare. Die Preise von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen sind in großem Umfang überliefert. Ein Brot, eine Öllampe, ein Topf und ½ Liter Tischwein kosteten jeweils ein As. Für eine Tunika musste man 15 und für einen Eimer acht Sesterzen bezahlen.

Man kennt sogar die Preise für öffentliche Bäder und die Höhe der Wohnungsmiete: Ein Bad kostete ¼ As, und die Wohnungsmiete betrug zwischen 150 und 800 Sesterzen. Der Preis für einen Morgen Ackerland lag bei etwa 1.000 Sesterzen, und einen Sklaven konnte man für 2.500 Sesterzen erwerben.

Deutsches Mittelalter

„An jedem Ort, in jeder Stadt sollen die neuen Denare kursieren und von allen akzeptiert werden“. Mit diesem Erlass verschaffte Karl der Große im Jahre 794 seiner Münzreform allgemeine Geltung. Seither war der Denar oder Silberpfennig das einzige geprägte Nominal. Der Schilling war wie der Pfennig eine Untereinheit des Karolingischen Pfundes, das ein Gewicht von etwa 408 Gramm hatte. Auf ein Karlspfund kamen 240 Pfennig oder 20 Schillinge. Der Schilling galt aber lediglich als Recheneinheit. Sein Wert betrug 12 Pfennig.

Die Tatsache, dass es nur ein einziges Nominal gab, verdeutlicht die geringe Rolle des Geldes zur damaligen Zeit. Preise und Löhne sind so gut wie keine überliefert. Üblich war der Tauschhandel, auch „der Zehnte“ wurde noch lange Zeit in Naturalien abgegolten. Vereinzelte Hinweise lassen jedoch auf die Kaufkraft eines Silberpfennigs schließen. Für einen Pfennig erhielt man z.B. zwei Hühner oder eine Gans. 30 Pfund Roggenbrot kosteten ebenfalls einen Pfennig. Ein Ochse schlug mit 60 Pfennig und ein Pferd mit 165 Pfennig zu Buche. Bekannt sind auch die Preise für Waffen, hier wurde jedoch das Silbergeld nach Gewicht bemessen. Für einen Helm und ein Schwert musste ein Ritter fast 900 Gramm Silber aufbringen. Ein Kettenhemd war für 820 Gramm Silber zu bekommen. Ein Schild und eine Lanze hatten den Gegenwert von 157 Gramm Silber. Auch der Sklavenhandel war im Mittelalter noch an der Tagesordnung. Eine Sklavin war ca. 200, ein Sklave dagegen ca. 300 Gramm Silber wert.

Die Kreuzzüge zwangen Münzen zu prägen, mit denen auch im Ausland bezahlt werden konnte. Damit ging die Ära des Silberpfennigs langsam zu Ende. Als Vorbild für die neue Münzgeneration dienten byzantinische Goldmünzen und die Silber-Dirhams der Moslems, die in den Handelsstädten Oberitaliens zirkulierten. Auch die bisher nur als Recheneinheit bekannten Groschen wurden nun erstmals ausgeprägt.

Im 11./12. Jh. wurde das Karolingische Pfund durch die Mark als Edelmetallgewicht abgelöst. Das Gewicht der „Rechenmark“ betrug etwas mehr als die Hälfte des Karolingischen Pfundes. Der Ursprung des Wortes „Mark“ kommt wohl aus dem Altnordischen, ein Zusammenhang mit „markieren“ (zeichnen) wird angenommen. Die Mark war damals wie folgt unterteilt:

1 Mark = 16 Schillinge
1 Schilling = 12 Pfennig

Im 13. Jahrhundert verdiente ein Ratsschreiber knapp 100 Schillinge jährlich. Ein Fuhrmann bekam sogar 200 Schillinge. Auf den ersten Blick erscheint diese Entlohnung ziemlich gering, doch war die Kaufkraft sehr hoch: So bekam man für 15 Schillinge eine Kuh, ein Pferd kostete vier Mark 12 Schillinge und ein Huhn fünf Pfennig. 100 kg Getreide kosteten je nach Sorte zwischen zwei und vier Schillinge und für 20 Eier zahlte man nur 11/3 Pfennig. Die Preise für Kleidung und Schuhwerk sind ebenfalls bekannt. Ein Mantel kostete etwa 16 Pfennig, Schuhe und Stiefel zwei und acht Schilling. Im 14. Jahrhundert führte man vor allem in Süddeutschland ein neues Währungssystem ein. Dies beruhte auf dem Hauptnominal Gulden, dem folgende Einteilung zugrunde lag:

1 Gulden = 20 Albus (Weißpfennige)
1 Albus = 2 Schillinge
1 Schilling = 6 Pfennig
1 Pfennig = 2 Heller

Aus dieser Zeit liegen die ersten Schriftstücke der Handwerksgilden vor. Darin werden unter anderem auch Löhne gelistet. Ein Meister verdiente pro Tag etwa acht Schillinge, ein Geselle bekam fünf und ein Lehrling drei Schillinge. Allerdings wurde damals das „Kostgeld“ auf den Lohn angerechnet, so dass dem Meister und dem Gesellen nur noch wenige Pfennige blieben, während Lehrlinge oft leer ausgingen.

Die Preise sind im Vergleich zum 12. Jahrhundert kräftig gestiegen. Für einen neuen Kittel oder ein Paar Schuhe musste ein Meister einen ganzen Taglohn von acht Schillingen investieren. Eine Elle feines Tuch kostete einen Schneider 16 Schillinge. Hatte der Schneidermeister daraus eine Hose genäht, so wechselte sie für 38 Schillinge den Besitzer.

Neuzeit

Mit dem Beginn der Neuzeit trat eine neue Silbermünze hervor - der Guldiner. Die Einführung dieser Großsilbermünze ließ ein neues Münzsystem entstehen, das den veränderten wirtschaftlichen Bedürfnissen der Neuzeit Rechnung trug. Um 1486 wurde in der Grafschaft Tirol unter Erzherzog Sigismund „des Münzreichen“ der erste Guldiner geprägt. Sigismund stärkte die wirtschaftliche Position Tirols, das für den deutsch-italienischen Handel sehr wichtig war, indem er die großen Silbervorkommen seiner Grafschaft zur Münzherstellung nutzte und sich damit aus der Abhängigkeit von teuren Goldimporten befreite.

1 Guldiner = 60 Kreuzer
1 Kreuzer = 4 Pfennig

An der Schwelle zur Neuzeit verdiente ein bayerischer Steinmetz wöchentlich etwa 60 Pfennig, ein Söldner bzw. eine „Verwundetenpflegerin“ dagegen 40 Pfennig. Vier Eier kosteten, genau wie ein Pfund Rindfleisch, einen Kreuzer. Einen Liter Milch oder ein kg Roggen bekam man für einen Pfennig, ein Huhn für einen Kreuzer und einen Pfennig.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts bürgerte sich der Begriff Taler für den Guldiner ein. Der Name „Thaler“ stammt von dem im Erzgebirge gelegenen böhmischen Joachimstal, das um 1520 eine Besitzung der Grafen von Schlick war. In diesem Tal ließen die Grafen große Mengen Silber schürfen, um daraus Taler zu prägen.Taler war aber nicht gleich Taler. Es zeichnete sich ein Nord-Süd-Gefälle ab, was das Gewicht dieser Großsilbermünze angeht. So verwendete man bei dem im Norden verbreiteten Reichstaler etwa 22 Gramm Silber, wohingegen man im Süden den Konventionstaler aus 29 Gramm Silber prägte.

Mit dem Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs 1618 setzte in Deutschland, Österreich und Böhmen eine drastische Münzverschlechterung und Geldkrise ein, die bis 1623 andauerte, die so genannte Kipper- und Wipperzeit.

Die Augsburger Reichsmünzordnungen hatten zwar den gesetzlichen Rahmen für das Gewicht, den Metallgehalt und die Kontrolle der Reichsmünzen geschaffen, aber den Münzfuß für die mittleren und kleineren Werte (Groschen, Schillinge, Pfennige, Heller) zu hoch angesetzt. Die höheren Herstellungskosten der Kleinmünzen waren nicht ausreichend berücksichtigt worden. Dadurch waren diese Werte unrentabel geworden. Um durch die Prägung der Kleinmünzen zumindest keinen Verlust zu erleiden, verringerten viele Münzstände das Silbergewicht ihrer Kleinmünzen. Mit zunehmender Entwicklung lag der Gehalt der meisten Kleinmünzen bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg deutlich unter den Bestimmungen. Überall im Reich entstanden damals Münzstätten, darunter auch illegale Prägestätten, die man „Heckenmünzen“ („Hecke“ = Versteck) nannte. Diese waren einfach ausgestattet, um schnell an einen anderen Ort verlegt werden und dort rasch weiterprägen zu können. In ihnen wurden guthaltige Münzen eingeschmolzen und das Münzmetall mit Kupfer gestreckt. Letzteres wurde durch Einschmelzen von Kupfergeräten, Pfannen usw. gewonnen. Die guthaltigen Münzen wurden von Agenten, Händlern und Geldwechslern aufgekauft und zum Einschmelzen in die Münzstätten gebracht. Um die guten von den schlechten Münzen zu unterscheiden, benutzte man zweiseitige Waagen, die so genannten „Wippen“, mit deren Hilfe man die guten Münzen „kippte“ (aussonderte). Daraus entstand der Name „Kipper- und Wipperzeit“.

Anfangs verkaufte die Bevölkerung gern ihre ersparten alten Münzen, denn sie bekamen nominell einen höheren Wert zurück, allerdings in Kippermünzen. Nach und nach wurden die nach dem alten Münzfuß geprägten Münzen immer knapper. Sie stiegen beträchtlich im Kurs und waren sehr begehrt. Der Wert des Geldes verminderte sich stetig, sodass auf dem Höhepunkt der Kipperzeit nur noch Kupfermünzen ausgegeben wurden. Beispiele zur Kaukraft der einzelnen Geldsorten liegen kaum vor, zumal die Nominale keiner Norm entsprachen. Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg gab es unterschiedliche Talergewichte. Um 1750 galt für den preußischen Taler folgende Einteilung:

1 Taler = 24 Groschen
1 Groschen = 2 Schillinge
1 Schilling = 12 Pfennig

Im süddeutschen Raum wurde der Guldiner zum Gulden weiterentwickelt. Jener bildete dort die Währungs- und Rechnungsgrundlage. Der Gulden war wie folgt unterteilt:

1 Gulden = 60 Kreuzer

Zur Konvertierung von Taler- und Guldenwährung galt:

20 Gulden = 14 Taler

1750 einigten sich zunächst Österreich und Bayern auf ein einheitliches Münzgewicht (Münzfuß). Später schlossen sich mehrere mittel- und norddeutsche Länder an. Im Jahre 1753 ging aus diesem Konvent der sogenannte Konventionstaler hervor, der eine Konvertierung der beiden Währungen ohne vorheriges Wiegen ermöglichte. Dieser Konventionstaler hatte folgende Unterteilung: 1 Konventionstaler = 90 Kreuzer. Eine Konvertierung der Nominale war nun auf einfache Art möglich. Noch immer kursierten aber Münzen mit unterschiedlichem Gewicht, so dass man folgende Verhältnisse zu beachten hatte:

1 Gulden = ⅔ Konventionstaler
⅓ (Reichs)Taler = ¼ Konventionstaler

Aus dieser Zeit findet man häufig Münzen, deren Nominale in beiden Münzfüßen aufgeprägt waren.

Aus dem 18. Jahrhundert sind zahllose Beispiele für Löhne und Preise bekannt. Es ist gut möglich, dass Sie bei Ihren Münzstudien, etwa in Archiven, auf alte Rechnungen stoßen, die hierüber näher Auskunft geben. Ein Taglöhner verdiente um 1770 etwa 50 Taler im Jahr. Ein Handwerker, Maurer oder Zimmermann bekam 70 Taler. Lehrer bezogen zwischen 80 und 200 Taler. Aus preußischen Militärarchivalien gehen die Besoldungen der einzelnen Dienstgrade hervor.

Ein Infanterist erhielt z.B. pro Monat fünf Taler und vier Groschen, davon wurden allerdings ein Taler und fünf Groschen für die Ausrüstung einbehalten. Fähnriche und Leutnants erhielten 11 bzw. 14 Taler unter Einbehaltung von drei bzw. vier Talern. Ein Generalleutnant konnte hingegen 4.000 Taler, ein Generalfeldmarschall sogar 10-12.000 Taler pro Jahr einstreichen. Die Lebenshaltungskosten rangierten um 1740 im Pfennig- und Groschenbereich. Ein Pfund Butter kostete zwischen drei und vier Groschen, ein Pfund Speck drei Groschen sechs Pfennig, ein Ei zwischen drei und vier Pfennig und ein Liter französischen Landweins zwischen vier und acht Groschen. Auch Kleidung war relativ preiswert. Ein Paar Strümpfe kosteten zwischen 12 und 18 Groschen, eine Elle Leinen machte drei Groschen, ein Hut zwei Taler und ein Paar Stiefel 15 Taler.

Die Französische Revolution brachte Frankreich 1795 neben einer neuen Gesetzgebung auch das Dezimalsystem. Zur Zeit Napoleons herrschte jedoch in den deutschen Staaten eine unverändert große Währungsvielfalt. Vor allem im süddeutschen Raum kursierten verschiedene Münzarten nebeneinander: der niederländische Kronentaler, der Konventionstaler sowie französische Ecus (auch „Laubtaler“ genannt, wegen der in Münzbild dargestellten Olivenzweige). Die Industrialisierung und der liberale Wirtschaftsgeist bewirkten im frühen 19. Jahrhundert handelspolitische Zusammenschlüsse zwischen den deutschen Staaten (Deutscher Zollverein). Damit war auch die Grundlage für die Vereinheitlichung des deutschen Münzwesens geschaffen. Am 25.8.1837 vereinbarten die süddeutschen Staaten Baden, Bayern, Frankfurt, Hessen-Darmstadt, Nassau und Württemberg im Münchener Münzvertrag u.a. die Prägung von 1/2-, 1- und 2-Gulden-Stücken mit gleichen Maßen und gleichem Gewicht. Diese Münzen hatten in allen angeschlossenen Staaten Gültigkeit. Außerdem besaßen die 1/2- und 1-Gulden-Münzen eine einheitliche Wertseite. Weitere Kleinstaaten des süddeutschen Raums und die sächsischen Herzogtümer traten diesem Münzvertrag bei. Die Idee der einheitlichen Wertseite (= Revers) bei individuellem Avers finden wir im Entwurf der Euro-Währung wieder.

Bereits am 30.7.1838 wurde in Dresden eine Vereinsmünze aller Mitglieder des Deutschen Zollvereins geschaffen, die sowohl im Süden (= Guldenländer) als auch im Norden (= Talerländer) gültig war. Es galt die Gleichsetzung

2 Taler = 3½ Gulden

Die von den Einzelstaaten geprägten „Doppeltaler“-Münzen trugen daher in ihrer Beschriftung auch beide Währungsangaben: die norddeutschen mit der Taler-Bezeichnung an erster Stelle, die süddeutschen entsprechend mit der Gulden-Bezeichnung. Den endgültigen Durchbruch brachte schließlich der Wiener Münzvertrag von 1857 zwischen Österreich und den Zollvereinsstaaten.

Die Jahrhunderte lang den Münzfüßen zugrundeliegende (Kölner) Mark wurde durch das Zollpfund (500 Gramm) abgelöst und ein neuer Vereinstaler eingeführt, von dem 30 Stück exakt ein Pfund Feinsilber ergaben. Bei .900 Feinheit wog demnach ein Vereinstaler 18,52 Gramm bei einem Feingewicht von 16,67 Gramm. Da der Taler nun überall das gleiche Gewicht hatte, war der Weg zur Mark-Währung für ganz Deutschland geebnet. Zwei Jahre nach der Reichsgründung im Jahr 1871 wurde das erste Markstück ausgeprägt. Es war von nun an das Hauptnominal der neuen Währung. Seine Festlegung als 1/100 des Pfundes (1 Mark wog 5,55 Gramm bei einer Feinheit von .900) machte diese neue Gemeinschaftswährung mit dem Taler konvertierbar: ein 3-Mark-Stück wog das Dreifache einer Mark, also 16,67 Gramm, was genau dem Feingewicht des Vereinstalers entsprach. Erst 1908 schieden die alten Taler im Wert von 3 Mark aus dem Zahlungsverkehr aus. Die Mark begleitete uns seit ihrer Einführung vor ca. 130 Jahren durch eine wechselvolle Geschichte. Sie begegnete uns im 20. Jahrhundert mit vielen Gesichtern: als Rentenmark, Reichsmark und zuletzt als D-Mark. Ihr Abschied kam im Rahmen der Euromünzen zum Jahreswechsel 2001/02.

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