Münzen reinigen

Den Erhaltungsgrad einer Münze kann man durch keine noch so intensive Reinigungsmethode verbessern. Der Grad der Beschädigung oder Abnutzung einer Münze ist irreversibel, aber eine sachkundige Reinigung kann bei einem stark verschmutzten Stück zumindest eine reale Beurteilung der Oberfläche ermöglichen. Eigentlich sollte man Münzen nicht reinigen. Sie dokumentieren Zeitgeschichte, und eine 50 oder 100 Jahre alte gereinigte Münze wirkt unnatürlich. Schützen Sie Münzen aber immer vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Staub, Dämpfen oder sonstigen schädlichen Stoffen. Münzen zu reinigen empfiehlt sich schrittweise sich bei starker Verschmutzung. Überreinigen Sie die Münze nicht, denn eine Münze mit „Katzenglanz“ ist nicht mehr sammelwürdig. Besonders wenn sie Münzen reinigen wollen gilt die Regel: „Weniger ist mehr“!

Grundreinigung

Reinigen Sie die Münze mit einer weichen Zahnbürste oder einem Pinsel in milder Seifenlauge. Schwenken Sie sie dann gründlich unter klarem Wasser und tupfen Sie die Wassertropfen mit einem Haushaltstuch ab, ohne zu reiben! Mit Ausnahme von PP- und PL-Münzen verspricht eine solche Grundreinigung stets guten Erfolg.

Münzen reinigen bei hartnäckigen Verschmutzungen

Sitzen Verschmutzungen recht tief im Motiv, hilft oft ein längeres Bad in milder Seifenlauge. Bei Kupfermünzen oder Münzen aus Kupferlegierungen kann auch ein Bad in säurefreiem Olivenöl seinen Zweck erfüllen. In beiden Fällen ist es ratsam, die Münzen für längere Zeit im Bad zu belassen. Nehmen Sie abschließend nochmals eine weiche Bürste und entfernen den Schmutz aus den Vertiefungen. Hier empfiehlt es sich ebenso, die Münzen mit einem Haushaltstuch abzutupfen (nicht abreiben!). Andernfalls könnten Wasserflecken entstehen. Gute Dienste leistet bei dieser Reinigungsmethode auch ein Ultraschall- oder Vibrationsreinigungsgerät. Es unterstützt die mechanische Reinigung durch Vibrationen, ohne die Oberfläche der Münze zu schädigen.

Münzen reinigen mit ZahnbürsteMünzen reinigen mit den richtigen Werkzeugen

Chemische Reinigung

Münzen chemisch zu reinigen, kann mehr schaden als nutzen. Chemische Reinigungsverfahren sollten Sie nur in Ausnahmefällen anwenden. Einige wichtige Regeln gilt es beim Umgang mit chemischen Reinigungsmitteln auf jeden Fall zu beachten: Benutzen Sie nur die im Münzhandel angebotenen Münzreinigungsbäder. Silberputztücher und Silbergeschirr-Reinigungsmittel schaden der Münze.

  • Nehmen Sie für jedes Münzmetall nur das dafür speziell angebotene Reinigungsbad. Falls Sie nicht sicher sind, aus welchem Material Ihre Münze besteht, schlagen Sie in entsprechenden Münzkatalogen nach oder fragen Sie einen Fachmann.
  • Farbmünzen, Münzen mit Edelmetallapplikationen, Bimetallmünzen und Kupfer-Nickelmünzen dürfen niemals mit Reinigungsbädern behandelt werden!
  • Münzen reinigen Sie am besten stets einzeln. Zum Eintauchen und Herausnehmen aus dem Reinigungsbad ist es ratsam eine spezielle Münzpinzette zu verwenden. Diese sollte entweder aus Kunststoff oder besser aus Metall mit kunststoffummantelten Spitzen sein. Hier lohnt es sich immer in geeignetes Münzzubehör zu investieren.
  • Die Reinigungszeit richtet sich nach dem Grad der Verschmutzung. Je kürzer, desto besser! Auch hier empfiehlt sich ein Reinigungsgerät, das durch Vibration den Reinigungsvorgang beschleunigt.
  • Nach der Reinigung in einem chemischen Bad sollten Sie die Münze unter fließendem Wasser gründlich spülen und mit einem Haushaltstuch trocken tupfen.

Spezielle Reinigungsverfahren zum Münzen reinigen

In diesem Abschnitt möchten wir kurz auf einige Sonderfälle eingehen, bei denen die oben genannten Reinigungsverfahren nur geringe Erfolge versprechen.

Zink- und Eisenmünzen

Auf Zink- und Eisenmünzen kann sich bereits nach kurzer Zeit ein unschöner Belag bilden. Reinigen Sie diese vorsichtig mit Waschbenzin oder Aceton und reiben Sie sie anschließend dünn mit Vaseline ein.

Kupfer- und Bronzemünzen

Bei antiken Kupfer- oder Bronzemünzen empfiehlt sich ein Bad in säurefreiem Olivenöl, auch wenn sich ein Erfolg meist erst nach einigen Tagen einstellt. Gegen den schmierigen Belag, der sich oft auf Kupfermünzen bildet, wendet man am besten Aceton an. Abschließend trocknen und wässern Sie die Münze.

Silbermünzen

Für Silbermünzen gibt es zwei alternative Reinigungsmethoden:

  • Tauchen Sie die Münze in ein Zitronensäurebad und spülen Sie sie dann unter fließendem Wasser gründlich ab. Um ein nachträgliches „Vergilben“ zu vermeiden, sollten Sie die noch feuchte Münze mit feinem Kochsalz einreiben, kurz einwirken lassen und erneut abspülen.
  • Breiten Sie in einer flachen Schüssel oder einem Teller Aluminiumfolie aus und gießen Sie eine gesättigte Lösung aus heißem Wasser und Kochsalz hinein. Legen Sie die Silbermünze für etwa 10 bis 20 Minuten in diese Lösung. Zum Schluss gründlich spülen und trocknen.

Aufbewahrung nach der Reinigung

Münzen zu reinigen trägt bei sachgemäßer Durchführung zum Erhalt der Münze bei. Wer noch lange was von seinen Sammlerstücken haben will, sollte zusätzlich auf die richtige Münzen Aufbewahrung achten. Grundsätzlich sollten die Münzen in einer staubfreien Umgebung mit wenig Luftfeuchte gelagert werden. Zum Schutz sollten Münzen außerdem einzeln in Etuis o.ä. aufbewahrt werden. Gerade polierte Münzen sind besonders anfällig für Kratzer und Verschmutzungen.

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