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Sassaniden Münzen

Das Sassanidenreich (224-651 n. Chr.) stellte bis zur arabischen Eroberung Persiens eine Großmacht dar. Es entstand im frühen 3. Jahrhundert n. Chr. und dauerte gute 400 Jahre an. Die Sassaniden hingen dem Zoroastrismus an, bei dem eine heilige Flamme in einem Feuertempel gehütet wurde – sie waren also sogenannte „Feueranbeter“. Bei den Sassaniden-Münzen handelt es sich um relativ flache Drachmen, deren Vorderseite meist das Abbild des regierenden Königs zeigt und deren Rückseite meist von religiösen Symbolen geziert wird.

Vorderseite einer Sassaniden-Münze, der Tetradrachme des Ardaser I.    Rückseite einer Sassaniden-Münze, der Tetradrachme des Ardaser I.

Tetradrachme des Ardaser I. (224-242 n. Chr.)

Die Geschichte des Sassanidenreichs

Die Sassaniden – auch in der Schreibweise Sāsāniden – ist die letzte altpersische Dynastie, die von Ardaschir, einem Vasallen der Parther, in der Persis begründet wurde. Die Dynastie ist nach einem Stammvater der Sassaniden namens Sassan benannt. Sassan ist historisch schwer zu fassen. Bekannt ist, dass er ein Priester des Feuerkults war.

Etwa zwischen 220 und 224 n. Chr. besiegte Ardaschir den letzten Partherkönig und ließ sich zum Großkönig krönen. Schon unter dessen Sohn Schapur I. (242-276 n. Chr.) stieg das persische Reich der Sassaniden zur Großmacht auf und bedrohte das Römische Reich. Die nachfolgenden Könige wurden von den Römern in die Defensive gedrängt.

Das Reich der Sassaniden umfasste das Gebiet der Persis und dehnte sich über das Zweistromland bis an den Indus aus. Unter Schapur II. (309-379 n. Chr.) widerstanden die Sassaniden dem Ansturm der Hunnen. In der Folge schwächten Bürgerkriege und die Bedrohung durch die Hunnen die Dynastie. Durch Ausschalten der oppositionellen sozialrevolutionären Mazdakiten und durch Reformen im Innern erlebte die Dynastie unter Chosrau oder Xusroe I. (531-578 n. Chr.) noch einmal einen Aufschwung.

Sein Nachfolger Chosrau oder Xusroe II. (590-628 n. Chr.) brachte Kaiser Herakleios von Byzanz (Ostrom) an den Rand einer Niederlage, er wurde aber 627 n. Chr. bei Ninive geschlagen. Die nachfolgenden Könige konnten Persien aufgrund der Schwächung durch Krieg und Konflikt nicht stabilisieren und schließlich erlagen die Sassaniden 652 n. Chr. dem arabischen Ansturm aus dem Süden.

Eigenschaften der Sassaniden-Münzen

Bei den Sassaniden-Münzen handelt es sich um stilistisch eigenständige, flache und relativ dünne Münzen. Die Drachmen, Teilstücke und Oboloi sind in Pehlewi, einer altiranischen Schrift, beschriftet. Die Sassaniden-Münzen wurden ab Mitte des 20. Jahrhunderts von Numismatikern erforscht und sind besonders für Sammler von sehr interessant.

Vorderseite einer Sassaniden-Münze, der Drachme des Vahran II.    Rückseite einer Sassaniden-Münze, der Drachme des Vahran II.

Drachme des Vahran II. (274-293 n. Chr.)

An den Sassaniden-Münzen lassen sich unter anderem die folgenden Aspekte der Geschichte der Dynastie ablesen:

  • Die herrschenden Könige und Königinnen
  • Die nahe Verbindung zwischen Staat und Religion (Feuerkult)
  • Die künstlerischen Mittel der Ikonografie
  • Anlässe von Sonderprägungen, die meist als Festprägung ausgegeben wurden

Es wurden sowohl Silbermünzen als auch Goldmünzen geprägt. Letztere finden sich nur als Prägungen zu besonderen Anlässen (Sonderprägungen). Das Finanzwesen der Dynastie und die damit verbundene Ausgabe der Sassaniden-Münzen wurde in der Regel zentral geleitet.

Bildmotive der Sassaniden-Münzen

Die Sassaniden-Münzen zeigen auf den Vorderseiten in der Regel die bekrönten Büsten der amtierenden Herrscher. Die wechselnde Gestalt der Kronen stellt ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal dar, nach dem nicht datierbare oder unleserliche sassanidische Münzen zeitlich eingeordnet werden können. Auf den Rückseiten der Sassaniden-Münzen sind zwei Priester an einem Feueraltar, vermutlich der Altar des obersten Gottes Ahura Mazda, zu sehen. Die ursprünglich noch naturalistischen Darstellungen werden im Laufe der Zeit immer abstrakter.

Nach der Eroberung durch die Araber lehnten sich viele Gepräge an den späten sassanidischen Typ an, allerdings mit arabischen Aufschriften. Diese Münzen werden als arabo-sassanidische Münzen bezeichnet.

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