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Mouton d´or

Auch Agnel oder Aignel (Lamm), ist eine französische Goldmünze, die König Philipp IV. „der Schöne“ (1285-1314) um 1311 im Gewicht von etwa 4,2 g einführte. Die Goldstücke im Wert von 20 Sols tournois aus fast reinem Gold zeigen auf der Vs. das Lamm mit Kreuz und Banner, mit der lat. Umschrift nach dem Evangelium von Johannes (I, 29): AGN(US) D(E)I QVI TOLL(IS) P(E)CCA(TA) MU(N)D(I) MISERERE NOB(IS), (Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser). Die Rs. zeigt das Blumenkreuz im Vierpass, Fleurs de lis in den Winkeln. Die nachfolgenden Könige Ludwig X. (der Zänker, 1314-1316), Philipp V. (1316-1322) und Karl IV. (der Schöne, 1322-1328) ließen die Prägung dieses Typen fortsetzen. Johann II. (der Gute, 1350-1364) gab größere und schwerere (ca. 4,7 g) Mouton d´ors zu 25 Sols tournois aus.
Von den schwereren Moutons d´ors ließ Johann II. auch Halbstücke prägen, die Agnelets oder Agnelots (Lämmchen) genannt werden. Diese wurden im ausgehenden 14. und beginnenden 15. Jh. in Flandern und Rethel, Brabant (auch Doppelstücke), Loos, Rummen, Geldern, Holland, von dem Erzbischof von Cambrai und dem englischen König Heinrich V. (1415-1422) für seine Besitzungen in Frankreich (Guyenne) nachgeahmt. Unter dem französischen König Karl VI. (1318-1422) gab es noch einmal kleinere, leichtere (ca. 2,6 g) und im Feingehalt etwas geringere Moutons.

Brabant, Mouton d´or, geprägt unter Wenzel und Johanna(1355-1383)