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König

Vom ahd. kuning, etwa in der Bedeutung "Mann von vornehmer Abkunft", in den romanischen Ländern vom lat. rex (frz.: roi) abgeleitet. Der König war Träger der höchsten Herrscherwürde nach dem Kaiser. Schon die germanische Volksversammlung rief eine nach dem Geblütsrecht berechtigte Person zum König aus. Während der Völkerwanderungszeit entwickelte sich aus dem Zusammenschluss zu Stammesgemeinschaften ein Stammeskönigtum, das noch verstärkt wurde, als die Stämme auf dem Boden des Römischen Reichs sesshaft wurden und Reiche gründeten (u.a. Westgoten, Franken, Langobarden und Sachsen in England). Die fränkischen Könige versahen das Königtum mit christlich-religiösen Vorstellungen: Salbung, Krönung und die Insignien des Königs sind die Zeichen dieser Entwicklung. Der Titel (rex Francorum), aus dem das Königtum in Frankreich und Deutschland hervorging, wurde erblich, ohne dass der Wahlgedanke ausstarb. In Frankreich entwickelte sich daraus (wie in England) die Erbmonarchie, in Deutschland wurde daraus im Mittelalter und der Neuzeit (zumindest rechtlich) eine Wahlmonarchie. Der von den Kurfürsten gewählte deutsche König hatte Anspruch auf den Kaisertitel, aber nicht alle deutschen Könige wurden Kaiser. Unter der wachsenden Macht der Territorialstaaten, die teilweise selbst zu Königreichen wurden (u.a. Bayern, Sachsen, Preußen), ging der Einfluss des deutschen Königs zurück. In Frankreich bildete das Königtum eine stärkere Zentralgewalt, die im Absolutismus unter König Ludwig XIV. in der 1. Hälfte des 18. Jh. am stärksten ausgebildet war und mit der Französischen Revolution endgültig zerbrach. Im 19. Jh. entwickelten sich in Europa konstitutionelle Monarchien, wobei die Macht geteilt (Gewaltenteilung) und verfassungsmäßig geregelt war. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurde der König von Preußen zum Deutschen Kaiser ausgerufen (Deutsches Kaiserreich). Der letzte preußische König dankte 1918 ab und emigrierte in die Niederlande. Heute üben die Könige in den verbliebenen europäischen Monarchien praktisch nur noch repräsentative Aufgaben aus. Aktuell existieren in Europa noch Monarchien in Dänemark, Norwegen, Schweden. Großbritannien (mit Nordirland und einigen Commonwealth-Staaten), den Niederlanden, Belgien und Spanien.

    

Medaille 1826 von König auf Johann Wolfgang von Goethe