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R

1. Kennbuchstabe auf Münzen der französischen Münzstätten Rennes (bis 1540), St. André de Villeneuve (von 1540 bis ca. 1700) und schließlich Orleans (von 1700 bis 1794); ferner für Rom auf päpstlichen, napoleonischen (gekröntes R) und italienischen Münzen und schließlich für Rio de Janeiro (auch vierfach) auf portugiesisch-brasilianischen Münzen.

2. Bezeichnung für den Grad der Seltenheit (vom lat. rarus) in Münz- und Auktionskatalogen oder in Lagerlisten. Früher wurde die Seltenheit daran gemessen, wie viele Exemplare eines Typs bekannt sind: R zeigte an, dass 7 bis 10 Exemplare bekannt sind, RR 4 bis 6, RRR 2 bis 4 und RRRR war gleichbedeutend mit Unikum. Die Anzahl der Exemplare differiert von Land zu Land. In den USA z.B. bedeutet R 13 bis 20, RR 12 bis 7, RRR 4 bis 6, RRRR 2 bis 4 Exemplare und RRRRR bedeutet 1 Exemplar. Vor allem in Verkaufskatalogen gilt heute, dass R bei Münzen steht, die selten im Handel vorkommen. In manchen Katalogen kommt es zu einer wahren Flut von R-Buchstaben, wobei aus Gründen der Platzersparnis Potenzzahlen hinter den Buchstaben auftauchen, wie z.B. R5. Der Sammler sollte sich von dem inflationären Umgang mit den R-Buchstaben nicht beeindrucken lassen. Der Seltenheitsgrad ist nicht notwendigerweise gleichbedeutend mit einem hohen Preis, denn die Preise richten sich nach Angebot und Nachfrage.