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Franc

Bezeichnung dreier verschiedener Münzen in Frankreich:

1. Spätmittelalterliche französische Goldmünzen. Siehe unter Franc d´or.

2. Französische Silbermünze des 16./17. Jh.s. Siehe unter Franc d´argent.

3. Währungseinheit Frankreichs seit der Französischen Revolution. Am 17. April 1795 wurde die Bezeichnung "Franc" auf die alte Livre übertragen und die Dezimalteilung eingeführt, sowohl was die Unterteilung des Franc in 10 Décimes und 100 Centimes betraf als auch die Berechnung der Feinheit in Tausendteilen. Laut Verordnung vom 28. Thermidor des Jahres III (15. August 1795) wurde der silberne Franc auf ein Gewicht von 5 g gesetzt und sollte 4,5 g Silber enthalten, also 900/1000 fein sein. Er war damit der Recheneinheit Livre tournois fast gleichwertig. Als erste Silbermünze mit der Bezeichnung "Franc" wurde ein 5-Franc-Stück im Raugewicht von 25 g (900/1000 fein) geprägt, das auf der Vs. die Herculesgruppe und die Umschrift UNION ET FORCE (Einheit und Stärke) zeigt, auf der Rs. die Wertangabe, Jahreszahl und die Inschrift REPUBLIQUE FRANCAISE. Dieser Typ wurde zu Beginn der II. Republik (1848/49) und der III. Republik (1870-1878) für 5-Francs-Stücke sowie 1964-1973 für 10-Francs-Stücke leicht variiert wieder aufgegriffen: Die ersten 1- und 2-Franc-Stücke erschienen 1802/3 und zeigen auf den Vs.n das Kopfbild des ersten Konsuls Napoleon Bonaparte. Zu Zeiten der beiden Kaiserreiche und der restaurierten Monarchie zeigt die Vs. meist das Kopfbild oder die Büste der jeweiligen Herrscher. Es gibt eine immense Anzahl von Typen und Varianten des Francs, u.a. mit dem Kopfbild der "Marianne" (Sinnbild der Republik) oder mit der Säerin (Typ ""Semeuse"").
Als Teilstücke gab es halbe (Demi-Franc), selten auch viertel (Quart de Franc) Stücke. Ebenso existieren Mehrfachstücke, auch in Gold, bis zu 100 Francs. 1866 wurde der Feingehalt der 2- und 1-Franc-Stücke von 900 auf 835 Promille gesenkt. Ab 1920 wurden die Stücke in der Regel in Aluminium-Bronze, ab 1941 in Aluminium und ab 1960 in Nickel ausgebracht. Übrigens gab es neben den Ausgaben der Vichy-Regierung (1940-1944) mit dem Münzbild der fränkischen Doppelaxt (Franziska) ein 2-Francs-Stück der Freien Französischen Streitkräfte (Forces Françaises Libres) aus der Münzstätte Philadelphia, das vorwiegend in Südfrankreich und Algerien kursierte. Die Vs. trägt die Aufschrift FRANCE im Kranz, die Rückseite ist mit der Wertangabe, der Jahreszahl (1944) und dem Motto LIBERTE, EGALITE, FRATERNITE versehen. Die im Geldumlauf gebräuchlichsten 5-Francs-Stücke, zur Zeit der "Commune" 1871 das einzige Geldstück, wurden am häufigsten ausgeprägt.
Durch die napoleonischen Kriege verbreitete sich der Franc über ganz Europa. Belgien nahm nach seiner Unabhängigkeit 1832 als erstes europäisches Land den Franc als Landeswährung an, auch in der Schweiz setzte sich der Franken allmählich durch. Die Kolonien und französischen Besitzungen in Übersee hatten ohnehin Franc-Währung. Mit dem Entstehen der Lateinischen Münzunion verbreitete sich die Frankenwährung weiter. Eine Feinheit von 900/1000 für die Mehrfachstücke ab 5 Francs und ein Feingehalt von 835/1000 für die kleineren Stücke (2 Francs und kleiner) war für alle Mitgliedsländer bindend. Danach richtete sich u.a. auch die italienische Lira, die griechische Drachme der Münzunion. Napoleon III. wollte die Frankenwährung sogar zur Weltwährung machen, was jedoch am Deutsch-Französischen Krieg scheiterte. In Luxemburg und Monaco gilt heute noch die Franc-Währung. In vielen ehemaligen Kolonien und Überseegebieten Frankreichs besteht die Franc-Währung fort, u.a. in den Staaten, die den Währungsgebieten des CFP- und des CFA-Francs angeschlossen sind.

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