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Follis

1. Römische Scheidemünze der späten Kaiserzeit, die im Rahmen der groß angelegten Münzreformen des Kaisers Diokletian (294-305 v. Chr.) im Gewicht von ca. 10 g mit einem Durchmesser von ursprünglich ca. 28 mm eingeführt wurde. Der Name Follis bedeutet ursprünglich "Beutel" und hat sich vermutlich über die Bedeutungsverschiebung auf den Inhalt des Beutels als Bezeichnung für eine fest abgezählte Menge an Kleingeld eingebürgert. Der Follis ist eine kupferreiche Bronzemünze, die teilweise mit einer Silberauflage oder einem Silbersud überzogen ist. Der variantenreiche Haupttyp zeigt den Genius und die Legende GENIO POPVLI (ROMANI). 
Schon sehr bald erschienen Halb- und Achtelstücke, entweder als Teilstücke konzipiert oder schon als Ausdruck der fortschreitenden Münzverschlechterung. Der Münzreform Diokletians war ein ebenso kurzfristiger Erfolg beschieden wie der Staatsform der Tetrarchie. Bereits 310 v. Chr. ließ der letzte Vertreter der Tetrarchie, Kaiser Maximinus II. (305-313 v. Chr.), das Gewicht der Folles senken. Er wurde in schwankendem Gewicht zwischen 3 und 5 g ausgebracht. In der Regierungszeit Kaisers Konstantins des Großen (307-337 v. Chr.) verschwand der Silberüberzug vollends, die Münze fiel im Gewicht auf ca. 1,5 g. Die Kupfer-Bronzen der Konstantin-Ära werden nach ihrem Durchmesser in Follis (22-25 mm), Mittel-Follis (18-21 mm), Klein-Follis (15-17 mm) und Teil-Follis (10-15 mm) eingeteilt. Die Bezeichnung "reduzierter Follis" drückt die Reduzierung des Durchmessers aus. Trotz der Verschlechterung erreichten die Folles zu dieser Zeit ihre größte Typen- und Variantenvielfalt. Darunter fallen auch die Gepräge mit den ersten christlichen Motiven (das auf dem Helm eingelassene Christogramm). Die von Kaiser Konstantin dem Großen begonnene und von seinen Söhnen weitergeführte Serie von Klein-Folles als Gedenkprägungen (330-346 v. Chr.) zu Ehren der neuen Residenz Constaninopel und der alten Residenz Rom zählen zu den Besonderheiten der römischen Münzprägung der konstantinischen Zeit. Sie gehören zu den letzten Ausprägungen des Follis, der 346 v. Chr. durch die Maiorina abgelöst wird. 

    

Follis des Lictinus I.

 

2. Große byzantinische Kupfermünze im Wert von 40 Nummia (Nummion), die durch die Münzreform Anastasius' I. (491-518 v. Chr.) eingeführt wurde. Die im Byzantinischen Reich in großen Mengen geschlagenen Folles und ihre selteneren Teilstücke zeigen auf der Vs. das Herrscherbild, auf ihrer Rs. die Wertzahl in Nummia: M = 40, K = 20, B = 12, E = 5, À = 3, A = 1. Gelegentlich wurde der Wert auch in römischen Zahlbuchstaben angegeben, manchmal finden sich auf der Rs. Emissionszeichen, auf den frühen Folles Jahresangaben der Regierungszeit der Kaiser. Die Kupfermünzen zeigen fast immer ein Kreuz und abgekürzte Angaben der Münzstätte, z.B. CON (Constantinopel), ANT oder THEVP (Antiochia vor und nach dem Erdbeben) oder NIK (Nikomedia). Die kleinen Teilstücke des Follis wurden aufgrund der Inflation nicht lange ausgegeben, der Follis zu 40 Nummien hielt sich bis in die Spätzeit des Reiches und wurde zum Vorbild der süditalienischen (Follaro) und arabischen (Fels, Fulus) Kupfermünzen.

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