0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Pfalz

Der Name geht aus dem lat. "palatium" (Palast) hervor und findet sich auch in der Bezeichnung "Palatin" (lat. mons Palatinus), einer der sieben Hügel Roms (Kernsiedlungsgebiet), der die Residenz der römischen Kaiser (später die Unterkünfte der deutsch-römischen Kaiser bis zu Otto III.) beherbergte. Ursprünglich waren die Pfalzen große Wirtschaftshöfe, die befestigt und zu burgähnlichen Anlagen mit Palas (Repräsentationssaal) und Kapelle ausgebaut wurden. Sie boten dem umherreisenden Herrscher und seiner Begleitung Unterkunft und ermöglichten die Hofhaltung. Aufgrund des Fehlens einer zentralen Residenz im Mittelalter waren die über das Reichsgebiet verstreuten Pfalzen der fränkischen und deutschen Kaiser und Könige im Früh- und Hochmittelalter die eigentlichen Stätten der Regierung, Verwaltung, Gerichtsbarkeit, Hofhaltung und Repräsentation. In den Pfalzen wurden auch Münzen geprägt, wie die Aufschriften MONETA PALATINA auf vielen karolingischen Münzen zeigen. Allerdings fehlen Hinweise, auf welche Pfalz die Prägung zurückgeht. Zur Zeit der Karolinger waren dies aber fast ausschließlich westliche Pfalzen (Lothringen und am Rhein), denn die Münzprägung entwickelte sich im Osten erst unter den sächsisch-salischen Kaisern. Bedeutende Kaiserpfalzen bestanden u.a. in Aachen, Eger, Forchheim, Frankfurt a.M., Gelnhausen, Goslar, Hagenau, Ingelheim, Kaiserslautern, Kaiserswerth, Magdeburg, Nimwegen, Nürnberg, Quedlinburg, Speyer, Tribur, auf der Reichsfeste Trifels bei Annweiler, Wimpfen und Worms. Mit dem Interregnum (1256-1273) begann der Verfall der Pfalzen.