Das große Münzen-Lexikon

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Witten

Silbermünze zu 4 Pfennigen, die zuerst von den Hansestädten, die dem Wendischen Münzverein angehörten, im 2. Drittel des 14. Jh.s geprägt wurde. Der Name leitet sich von der "weißen" oder hellen Farbe ab, die sie aufgrund des relativ hohen Silbergehalts annahm (ähnlich wie bei den Bezeichnungen  Weißpfennig oder  Albus). Nach ihrem Wert wurden die Münzen auch Vierlinge (Veerlinge) genannt. Im westdeutschen Raum wurden sie ebenso wie die englischen  Sterlinge auch als  Engelsche bezeichnet. 
Der Witten hatte ein Gewicht von etwa 1,33 g (etwa 900/1000 fein) und entsprach damit etwa dem Wert des englischen Sterling, der im westdeutschen und niederländischen Raum im Umlauf war und auch in die Ostseegebiete exportiert wurde. Um ihre Gleichwertigkeit auch in der Gestaltung zu unterstreichen, glich man die Typen der beiden Münzen einander an. Die Nähe zum bereits gut eingeführten Sterling ist wohl der Grund, weshalb die Witten bald im ostdeutschen, holsteinischen, niedersächsischen und rheinisch-westfälischen Raum zirkulierten und bald von vielen Münzständen nachgeahmt wurden, u.a. in Mecklenburg, Pommern, Holstein und Hannover. Es gibt auch dänische Witten.
Nachdem bereits im 15. Jh. in Mecklenburg und Pommern nach einem schlechteren Münzfuß geprägt worden war, sank der Witten im 15./16. Jh. zur  Scheidemünze ab und wurde zu Beginn des 18. Jh.s wie der Dreiling als 192. Teil des Reichstalers bewertet. Die Zahl 192 ist dann auch als Wertangabe auf den Münzen angegeben. Die letzten Witten wurden 1763 in Stralsund geprägt.

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