Das große Münzen-Lexikon

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Urkantone

Die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden (später in Ob- und Nidwalden getrennt) gründeten 1291 die Eidgenossenschaft und nahmen gemeinsam 1503 in der Münzstätte Bellinzona die Prägung auf. Nach einem Konflikt prägte die Münzstätte zeitweise nur für Uri und Unterwalden und wurde nach der Wiedervereinigung bereits 1529 geschlossen. Die im Jahr 1548 eröffnete gemeinsame Münzstätte in Altdorf prägte auf genossenschaftlicher Basis Silber- und Billonmünzen ( Taler, Halbtaler,  Dicken und deren Halbstücke,  Groschen,  Halbbatzen,  Doppelvierer,  Kreuzer,  Schillinge und  Angster). 1569 und 1571 wurden für jeden Kanton einzeln Batzen geprägt. Die letzten gemeinsamen Prägungen im beginnenden 17. Jh. zeigen die Wappen von Uri und Unterwalden. Danach arbeitete die Münzstätte in Altdorf nur noch für Uri (Dicken, Schillinge, Batzen, kupferne Kreuzer und goldene  Pistolen) und wurde um die Mitte des 17. Jh.s endgültig geschlossen. Im 18. Jh. ließ Uri einige wenige Goldmünzen prägen, 1811 folgten die letzten Prägungen (4-, 2-, 1 1/2-Batzen und  Rappen) aus der Münzstätte Bern. 
Der Kanton Schwyz errichtete eine eigene Münzstätte, in der von 1622 bis 1624 Batzen und bis zum Ende des Jh.s große Mengen geringhaltiger Schillinge geprägt wurden. Bis 1656 wurden gelegentlich Dicken gemünzt, die - wie der einmalige Taler des Jahres 1653 - St. Martin zu Pferd mit dem Bettler zeigen. In den Jahren 1672 bis 1674 folgen größere Mengen  Viertelgulden und  Örtli. Die 1730 in Bäch am Zürichsee eröffnete Münzstätte musste nach kurzer Prägetätigkeit (20-Kreuzer und Schillinge) aufgrund von Reklamationen aus Zürich wieder schließen. Erst 1776 begann die Ausgabe kupferner Rappen und Angster neben einigen silbernen Gulden und deren Teilstücken. Nach der Helvetischen Republik wurden vom Kanton Schwyz nur noch einige Kupferscheidemünzen ausgegeben, zuletzt 1846. An Goldmünzen wurden zwischen dem 17. Und 19. Jh. nur wenige  Dukaten geschlagen.
Obwalden verpachtete dem Goldschmied und Münzmeister F. Krauer und seinem Schwager J. Dub das Recht, im Namen des Landes Münzen herzustellen. Die in Sarnen hergestellten Gold-, Silber-, und Billonmünzen, die häufig den hl. Nikolaus von Flüe zeigen, wurden aber nicht zuletzt wegen ihrer Minderwertigkeit vielerorts verrufen. Nach längerem Streit schloss die Münzstätte 1744 endgültig. Im Jahr 1812 ließ Obwalden noch einmal Halbbatzen, Batzen und 5-Batzen-Stücke in Solothurn schlagen. Nidwalden prägte im 17. und 18. Jh. gar nicht und ließ erst 1811 in der Münzstätte Aarau ebenfalls Halbbatzen, Batzen und 5-Batzen-Stücke herstellen, letztere zum Teil auf Neuenburger Schrötlingen.

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