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Rubel

Vermutlich ist der Ausdruck Rubel vom russ. "rubitj" abgeleitet und bezieht sich auf das Abschlagen von Teilen größerer Silberbarren. Diese Silberbarrenstücke waren in Nowgorod, Moskau und anderen russischen Fürstentümern bis ins ausgehende 14. Jh. das gebräuchliche Zahlungsmittel. Die Bezeichnung Rubel ist dokumentarisch zum ersten Mal im 13. Jh. in Nowgorod belegt. Der Rubel in Form eines länglichen Silberbarrens im Gewicht von ca. 200 g (um 850/1000 fein) löste im 13. Jh. die  Grivna ab. Mit der Dezentralisierung des Münzwesens von Nowgorod entstanden im ausgehenden 14. Jh. verschiedene Rubelarten, die nur der Hälfte des Gewichts des Nowgoroder Rubels, also praktisch der  Poltina, entsprachen oder sogar noch darunter lagen. Aus diesem leichten Rubel oder Poltina sollten 100  Denga gerechnet werden, in der Praxis kamen aber bedeutend mehr Denga auf den leichten Rubel. Mit der Münzreform von 1534 sollten 100 Kopeken (1  Kopeke = 2 Denga) auf den Rubel gerechnet werden. Der Rubel war lediglich Rechnungsmünze und wurde immer noch nicht ausgeprägt. In der Mitte des 17. Jh.s deckte Russland den Bedarf an Großsilbermünzen mit dem Import west- und mitteleuropäischer Talermünzen, die in Russland als Jefimki (Singular:  Jefimok) bezeichnet wurden. Ein geringer Teil dieser mit Gegenstempelung 1653/54 in Umlauf gebrachten Münzen werden als Rubeljefimki bezeichnet. Erst mit den Münzreformen Peters des Großen (1682-1725) fand das rückständige Münzwesen Russlands ein Ende. Der silberne Rubel wurde auf 100 kupferne Kopeken festgelegt. Die seit 1704 ausgeprägten Rubel im Gewicht von ca. 28,45 g (850/1000 fein) entsprachen dem europäischen Taler. Aufgrund des Silbermangels wurde der Feingehalt 1714 auf etwa 660/1000 reduziert. Die Silberstücke wurden nach westlichem Vorbild gestaltet. Bis ins ausgehende 18. Jh. herrscht auf den Vs.n die Büste des Regenten (Zar/Zarin), auf den Rs.n der gekrönte russische Doppeladler vor, gelegentlich auch das Kreuz (vor allem in den 20er Jahren). Im 19. Jh. wandelte sich das Bild: Die Rubel-Stücke zeigen meist auf den Vs.n den russischen Adler und auf den Rs.n kyrillische Schrift. Seit der Regierungszeit des Zaren Alexander III. (1881-1894) herrscht das Kopfbild des Zaren als Vorderseitendarstellung vor, die Rs. zeigt den gekrönten russischen Adler. Anfang des 19. Jh.s wurden für Polen 1 1/2-fache Rubel im Wert von 10  Zloty geprägt. Die letzten zaristischen Silberrubel wurden 1915 gemünzt, zwei Jahre bevor Zar Nikolaus II. 1917 abdankte. Die Sowjetunion prägte 1921/22 und 1924 den Rubel noch einmal in Silber, 1964 begann eine regelmäßige Prägung des Rubels in  Kupfernickel. Die vielen sowjetischen  Gedenkmünzen wurden in Silber, Vielfache auch in Gold, selten in Platin ausgegeben.
Goldene 1-Rubel-Stücke wurden nur unter den Zarinnen Elisabeth (1741-1762) zwischen 1756 und 1758 und Katharina der Großen (1762-1796) im Jahr 1779 ausgegeben. Alle anderen gaben Vielfache (2, 3, 5, 7 1/2, 10 und 15 Rubel) als Goldmünzen heraus, höhere Werte wurden zu Schauzwecken hergestellt, gelangten aber nicht in den Umlauf, so das zaristische 10-Rubel-Stück (auch als Imperial bezeichnet). Interessant sind die 3-, 6- und 12-Rubel-Stücke, die Zar Nikolaus I. zwischen 1828 und 1845 als  Platinmünzen schlagen ließ. Bei Sammlern beliebt sind vor allem Rubel aus dem 18. Jh. und Gedenk-Rubel aus der späten Zarenzeit (siehe auch  Romanow-Rubel).

    

Rubel 1723 Peters I. des Großen (1682-1725)

    

Gedenkrubel 1898 auf die Errichtung des Denkmals für Zar Alexander II.

    

7 1/2 Rubel 1897

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