Das große Münzen-Lexikon

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Renaissance

Begriff für die tiefgreifende Kunst- und Kulturwende vom Mittelalter zur Neuzeit, die im 14. Jh. von Italien ausging. Das Wort kommt aus dem Französischen und bedeutet "Wiedergeburt": Gemeint ist die Wiedergeburt der antiken Kunst, an deren Vorbildern sich die Renaissance-Künstler orientierten. Der Ausdruck wird sowohl für die Zeitepoche wie auch für den Kunststil verwendet, der sich in weiten Bereichen der Kunst entfaltete, u.a. in Architektur, Malerei und Skulptur. Die Renaissance brachte die Medaillenkunst hervor und blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Münze. Sie äußerten sich in einer Vielfalt der Motive und einer Erlesenheit der Darstellungen, wie sie seit der Zeit der alten Griechen nicht mehr zutage getreten war. Die  Medaille, im Sinne einer bis heute ununterbrochen Entwicklung, ist in der Renaissance erfunden worden. Der große Durchmesser der Medaille und die aufkommenden größeren Silbermünzen erlaubten überhaupt erst die Wiederentdeckung des Porträts. Die für die Renaissance typischen lebendigen Porträts zeigen die individuellen Züge der dargestellten Personen mit viel Liebe zum Detail und psychologischem Einfühlungsvermögen. Dargestellt wurden vorwiegend diejenigen weltlichen und geistlichen Fürsten, die den Auftrag für die Münze oder Medaille vergaben. Aber das gestiegene Selbstbewusstsein der Künstler dokumentierte sich nicht nur in der Signatur ihrer Medaillen, es entstanden auch erste Darstellungen von Künstler-Persönlichkeiten und die ersten Selbstbildnisse. 
Da die Aufbruchsstimmung sich auf viele künstlerische Bereiche auswirkte, beschäftigten sich die Renaissance-Künstler nicht nur mit dem Gebiet, das sie erlernt hatten. Vielmehr konkurrierten sie als Rivalen um die Aufträge der weltlichen und geistlichen Herrscher und dehnten ihr Tätigkeitsfeld auch auf andere Gebiete aus. So gilt Pisanello (eigentlich  Pisano), der sich als Maler und Zeichner einen Namen gemacht hatte und in Anspielung darauf seine Medaillen mit OPUS PISANI PICTORIS signierte, als Begründer der gegossenen Medaille. Andere Medailleure betrieben die Bildhauerei ( Bugatto) oder die Kleinkunst der Gemmenschneiderei ( Belli,  Cesati), arbeiteten als Goldschmiede ( Caradosso,  Cellini,  Leoni), Juweliere oder Waffenschmiede ( Camelio).
In der Renaissance erwachte auch der Erfindergeist und brachte technische Erneuerungen: Auf die Druckerpresse, die von Deutschland nach Italien kam, folgte als italienische Erfindung das  Spindelprägewerk, das vermutlich durch  Bramante um 1506 zur Herstellung von päpstlichen Bullen und Medaillen eingeführt wurde. Erhaltene Originalzeichnungen  Leonardo da Vincis enthalten Pläne zur Konstruktion einer Maschine, die zum regelmäßigen Ausschneiden von Schrötlingen dienen sollte. Nach diesen Plänen wurde später eine Maschine gebaut, die sich heute im  Smithsonian Institution in Washington befindet.

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