Das große Münzen-Lexikon

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Münze

1. Die Münze ist Geld in Form eines vom Staat durch Stempelung, Gewicht und Gehalt garantierten (handlichen) Stück Metalls, das als Zahlungs- und Umlaufmittel dient, wobei sich  Metallwert und  Nennwert auseinander entwickelten. Neben seiner ökonomischen Funktion tritt der Charakter eines Nachrichten- und Massenkommunikationsmittels via Schrift und Bild hervor. Geldeigenschaft und Mediencharakter geben der Münze den Doppelcharakter, von dem ihr historischer Quellenwert abhängt. Zum historischen Verständnis der Münze sind beide Funktionen unabdingbar. Das Wort Münze leitet sich vom lat.  Moneta ab.
Die Gleichung Münze = Geld ist nicht umkehrbar, denn schon vor Erfindung der Münze, die in der 2. Hälfte des 7. Jh. v.Chr. in Westkleinasien (Lydien) angesetzt wird, gab es vormünzliche Geldformen wie  Naturalgeld ( Viehgeld, Getreide), Schmuckgeld (aus Bein, Horn, Schneckengehäusen, Muscheln usw.) und  Metallgeld ( Barren,  Gerätegeld und  Kümmerformen usw.). Eine nichtmonetäre Geldform ist das in der europäischen Kultur spät auftretende  Papiergeld ( Banknote): Eine postmonetäre Geldform, die sich aus Anweisungen ( Assignaten) entwickelte und möglicherweise bald vom "virtuellen Geld" ( elektronische Zahlungsmittel) abgelöst werden könnte. Sicher hat die monetäre Geldform in der Entwicklung der europäischen Kultur die "prägende Rolle" gespielt. Historisch wird die Münzgeschichte in  antike Münzen eingeteilt, deren Großteil die griechischen ( griechisches Münzwesen) und  römischen Münzen ausmachen und zu dem in Katalogen auch das byzantinische Münzwesen gerechnet wird. In die Übergangszeit zwischen dem 5. und 7. Jh. fallen die  Völkerwanderungsmünzen. Zu den mittelalterlichen Prägungen gezählt werden die  merowingischen Münzen und die  karolingischen Münzen (8./9. Jh.), die Fernhandelsdenare des 10./11. Jh.s (z.B.  Otto-Adelheid-Pfennige,  Sachsenpfennige), die Regional-Pfennige (leichte  Brakteaten und schwere  Pfennige) des 12./13.Jh.s. Für das Spätmittelalter bestimmend sind  Groschen und Goldmünzen (z.B.  Floren,  Goldgulden) des 14./15. Jh.s. 
Die spätmittelalterliche Dreiteilung (Goldmünze, Groschenmünze, Kleingeld) wurde in der Neuzeit durch die der Goldmünze im Wert entsprechenden Silbermünzen ergänzt ( Guldengroschen,  Guldiner). Zu den neuzeitlichen Großsilbermünzen zählen u.a.  Taler,  Scudo,  Acht-Reales-Stück und  Crown. Die Groschenmünzen sanken zu  Scheidemünzen herab, die in  Billon oder  Kupfer (in Deutschland erst spät) ausgeprägt wurden. Mit dem Aufkommen des  Dezimalsystems in Frankreich und den USA beginnt die Zeit der modernen Währungsmünzen, zuletzt der Goldwährungen ( Krone), die bis zum 1. Weltkrieg überdauerten.

2. Bezeichnung für  Münzstätte.

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