Das große Münzen-Lexikon

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Daler

Skandinavische Bezeichnung für den dänischen, norwegischen (1) und schwedischen (2) Taler. 

1. Unter König Christian III. (1534-1559) wurde 1537 der erste Joachimstaler für Dänemark, 1546 für Norwegen geprägt. Seine Vorgänger Christian II. (1513-1523) und Frederik I. (1523-1533) hatten seit 1516 schon silberne Gulden (Sölvgylden) ausgegeben. Frederik gab als Herzog von Schleswig-Holstein 1522 für sein Lehensgebiet im Römisch-Deutschen Reich eine Talermünze aus, die  Husumer Taler genannt wird. In der Folgezeit waren die Mark und Skillingvielfache die Hauptmünzen Dänemarks und Norwegens. Die Species- oder  Rigsdaler wurden seltener ausgemünzt, meist nur zu besonderen Anlässen wie Krönungen oder Reisen ( Reisetaler). Der Wert des Dalers stieg bald von ursprünglich 4 Mark auf 6 Mark dänisch = 96 Skilling dänisch (= 48 Skilling lübisch) und behielt diesen Wert nominell bis 1813 bei. Da die Scheidemünzen aber schlecht ausgemünzt wurden, musste im täglichen Umlauf meist ein  Agio bezahlt werden, das in Krisen- und Kriegszeiten beträchtlich hoch ausfallen konnte. Damit lag der tatsächliche Wert des Daler oft über 100 Skilling. Zur Zeit des Nordischen Kriegs (1710-1718) war der Daler praktisch aus dem Verkehr gezogen. Die dänische Krone trat an seine Stelle, konnte sich in der Folgezeit aber auch nicht durchsetzen. Nach dem Staatsbankrott 1813 wurde in Dänemark der  Rigsbankdaler eingeführt. 
Die Kolonialgesellschaft Dansk Ostindisk Compagnie (DOC) gab u.a. 1604 goldene Klippen mit Dalerwerten (3, 4, 6 und 8) und 1671/72 silberne Daler und seltene Doppelstücke (1671) aus. Mit der endgültigen Auflösung der Kolonialgesellschaft gingen die Kolonien an die dänische Krone über. Bis zum Verkauf an die USA 1917 war in der dänischen Kolonie Westindien der Daler Währungseinheit. 1 Daler = 5 Francs = 100 Cents.

2. Mit der Neuordnung des Finanz- und Münzwesens unter Gustav I. Wasa (1523-1560) wurde 1534 der Daler in Schweden eingeführt. Der Kurswert des schwedischen Dalers zur Mark (Hauptmünze) schwankte in der 2. Hälfte des 16. Jh.s zwischen 4 1/2 Mark und 38 Mark (in Kriegszeiten). Als der Kupferreichtum Schwedens dazu führte, dass Kupfergeld zur Ausmünzung kam, entstand im beginnenden 18. Jh. parallel zur Silberwährung (SM) eine Kupferwährung (KM): 1 Riksdaler = 3 Daler SM = 9 Daler KM (Öre). Im Jahr 1644 begann die Ausgabe der  Plåtmynten (Kupfer-Plattenmünzen). Die kupfernen Ausgaben der  Görtzschen Notdaler, die während des Nordischen Kriegs 1715-1719 in Daler-Werten ausgegeben wurden, zählen zu den skandinavischen Notmünzen.Vor der Münzreform von 1776 gab es den  Riksdaler, Daler SM in Markmünzen (siehe Carolin 3), Daler SM in (silbernen) Öremünzen (Daler Kurant), Daler SM in (kupfernen) Plattenmünzen (Plåtmynt), Daler KM in (kupfernen) Kleinmünzen. Dazu kamen noch Geldscheine mit wechselnden Werten. Ein Rechnungsbetrag in SM konnte nicht in KM zurückgezahlt werden, denn man musste "mit gleicher Münze zurückzahlen". Die als Quittungen für die unhandlichen Plattenmünzen fungierenden "Transportscheine", die von der Stockholms Banco ausgegeben wurden, entwickelten sich zu Geldscheinen der nachfolgenden Rikets Ständers Banco, zu sog. Bancosedlar. Im Jahr 1789 gründete sich das Riksgäldskontor (Reichsschuldenamt), das zur Finanzierung des Russlandfeldzugs von 1799 bis 1802 Halb- und Viertel-Skillinge ( Rikets Ständers Riksgäldskontor-Polletter) und Geldscheine, sog. Riksgäldssedlar ausgab. Das Riksgäld fiel im Wert auf 2/3 des Wertes der Bancosedlar. Beide Währungen erforderten eine eigene Scheidemünzenprägung (Skilling), gewöhnlich wurde in  Banco Skilling gerechnet. Im Jahr 1834 galt 1 silberner Riksdaler (Species) 2 2/3 Riksdaler Banco und 4 Riksdaler Riksgäld. Im Jahr 1855 wurde mit der Einführung der Dezimalwährung der Skilling abgeschafft. Die Währungsmünze, der Riksdaler Riksmynt (umgerechnet 32 Skilling Banco, 1/4 Riksdaler Species) wurde in 100 Öre unterteilt. Die 1873 eingeführte Krone der Skandinavischen Münzunion (Schweden, Dänemark und 1875 Norwegen) ersetzte schließlich den Riksdaler.

3. In Ostfriesland war der Daler Rechnungsmünze zu 30 Stüber, wurde aber nur 1666 einmal ausgeprägt.

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