Frage: Mein bayerisches 15-Kreuzerstück „Kurfürst Maximilian II. Emanuel“ aus dem Jahr 1695 ist leicht gewölbt. Stellt das eine Wertminderung dar?
Antwort Dr. Hild: Nein. Die Wölbung ist eine Folge der Prägetechnik jener Zeit. Damals wurden die meisten Münzen in so genannten Walzenwerken hergestellt: Die Zaine (Münzplatten) wanderten durch zwei gegeneinander rotierende, mit bis zu 19 Ober- und Unterstempeln versehene Walzen. Die Wölbung Ihrer Münze ist keine Unregelmäßigkeit, sondern ein typisches Merkmal der Walzenprägung.
Frage: Ich interessiere mich für Euro-Fehlprägungen. Wie sehen diese aus und wie viel sind sie wert?
Antwort Dr. Hild: Heute wird die Münzherstellung elektronisch überwacht. Durch die Masse der produzierten Münzen kann es trotzdem immer wieder zu Fehlprägungen kommen. Bekannt sind z.B. 2-Centmünzen mit blanker Rückseite und 50-Centstücke mit zwei aufgeprägten Vorderseiten. Da das Sammelgebiet noch sehr jung ist, unterliegen die Preise der Euro-Fehlprägungen starken Schwankungen. Eine realistische Wert-Einschätzung wird erst in einigen Jahren möglich sein.
Frage: Ich habe mich auf das Sammeln seltener Münzen spezialisiert (Auflage unter 500 Stück). Welches ist eigentlich die seltenste?
Antwort Dr. Hild: Die seltenste Münze der Welt ist der US-amerikanische „Double Eagle“ aus dem Jahr 1933. Von dieser offiziellen Goldmünze existiert weltweit nur ein einziges Exemplar (Wert: 7,59 Mio. Dollar). Als Belegstück für Ihre Sammlung empfehle ich Ihnen eine günstige Nachprägung des Unikats, z. B. aus der Reihe der „Kleinsten Goldmünzen der Welt“.
Frage: Wenn das Hauptnominal des Mittelalters der Pfennig war, wie hoch war dann – verglichen mit heute – sein Wert?
Antwort Dr. Hild: Geld spielte im Mittelalter eine untergeordnete Rolle, es herrschte nach wie vor der Tauschhandel. Daher genügte den Menschen lange Zeit ein einziges Nominal. Einige Preise sind uns trotzdem überliefert: Für einen Pfennig erhielt man z.B. zwei Hühner, eine Gans oder 20 Pfund Roggenbrot.
Frage: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen „Stempelglanz“, „Spiegelglanz“ und „Polierter Platte“?
Antwort Dr. Hild: Unsere normalen Kursmünzen werden in „Stempelglanz“-Qualität geprägt. Diese Qualität bleibt nur erhalten, wenn die Münzen nicht in den Geldumlauf gelangen und frei von Gebrauchsspuren bleiben. Beim „Spiegelglanz“ werden in einem extrem aufwändigen Verfahren die Prägestempel poliert; bei der „Polierten Platte“ zusätzlich noch die Ronden (Münzrohlinge).

